Energieeinsparung in der Industrie mit Reflexionsbeschichtungen
Klimatisch aktive Beschichtungen ClimateCoating ThermoActive und ThermoProtect des Berliner Unternehmens SICC Coatings waren Teil einer umfassenden Studie zur Verwendung dieser Beschichtungen in der Industrie, in Zusammenarbeit mit der Logistikgesellschaft Abu Dhabi Ports Group aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Berlin (ABZ) – Im Rahmen eines drei Monate dauernden Forschungsprojekts wurden vier 40 Meter lange Industrie-Transportcontainer und zwei 40 Meter lange Kühlcontainer mit den wärmereflektierenden Produkten von SICC sowie mit nicht-reflektierenden Standardbeschichtungen in definierten Testaufbauten beschichtet.
Das Ergebnis war, dass die Transportcontainer mit der ClimateCoating-Beschichtung des deutschen Unternehmens SICC im Vergleich zur herkömmlichen Beschichtung eine Reduzierung der Wärmebelastung um etwa 15 % zeigten.
Bild: Der Frachtencontainer wurde mit der ThermoProtect-Beschichtung an den Wänden und der Industrie-Beschichtung ThermoActive auf dem Dach behandelt. Laut Hersteller können die Beschichtungen unter den jeweiligen Bedingungen dazu beitragen, die Wärmebelastung im Inneren des Containers zu reduzieren.
Das Unternehmen SICC-Coatings GmbH aus Berlin, als Anbieter klimatisch aktiver Beschichtungsmaterialien ClimateCoating, betont, dass die Technologie für unterschiedliche klimatische Bedingungen und Anwendungsbereiche entwickelt wurde und einen dauerhaften Schutz von Gebäude- und Bauteiloberflächen unterstützen kann.
Angesichts zunehmender klimatischer Veränderungen, wie steigender Temperaturen und erhöhter Sonnenstrahlung, gewinnen reflexive Beschichtungen in der Industrie und im Bauwesen an Bedeutung.
Sie können dazu beitragen, die Auswirkungen der Sonnenstrahlung auf Oberflächen zu reduzieren und die thermische Belastung von Gebäuden zu verringern. Darüber hinaus können die ClimateCoating-Produkte aufgrund ihrer funktionalen Eigenschaften zur Optimierung des Gebäudebetriebs beitragen. Die tatsächliche Wirkung hängt von den jeweiligen baulichen, klimatischen und betrieblichen Bedingungen ab.
Laut dem Hersteller können ClimateCoating ThermoProtect und ThermoActive in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, in denen Schutz vor starker Überhitzung erforderlich ist. Neben der Verwendung in der Industrie, beispielsweise für Kühlräume, Container und Tanks, können die Beschichtungen auch bei Büro- und Bildungsgebäuden sowie im Wohnungsbau eingesetzt werden. Je nach Anwendung können dabei Aspekte wie der Schutz von Bauteilen, die thermische Belastung und mögliche Energieeinsparungen berücksichtigt werden.
Gesammelte umfangreiche Daten
Die SICC Coatings GmbH hat in Zusammenarbeit mit der Gruppe AD Ports Group aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Studie zur Energieeffizienz veröffentlicht. Umfangreiche Daten zum Energieverbrauch der Infrastruktur im Zayed-Hafen wurden mit den Programmen ThermoProtect und ThermoActive gesammelt.
Die Daten werden auch zur Entwicklung eines Tools zur Berechnung auf Basis künstlicher Intelligenz verwendet. Ziel ist es, das Energieeinsparpotenzial in der Industrie durch den Einsatz von wärmereflektierenden Beschichtungen aufzuzeigen. All dies wurde im Rahmen der Initiative der arabischen Gesellschaft „Grüne Häfen“ durchgeführt.
Die Tests wurden an vier Standard-Frachtcontainern und zwei Kühlcontainern mit einer Länge von etwa 12 m durchgeführt. Die Testobjekte wurden für mehrere Monate im Mina Zayed Hafen in Abu Dhabi platziert.

Die Temperaturmessungen wurden zu festgelegten Zeiten durchgeführt. Industriecontainer wurden als Modell verwendet, um den Einfluss der ClimateCoating-Beschichtungen von SICC auf ihre thermische Entwicklung und den Inhalt zu untersuchen und das mögliche Einsparpotenzial bei reduziertem Kühlbedarf zu bestimmen. Besondere Funktion: Zwei der Testbehälter wurden zusätzlich mit Isoliermaterial gefüllt. Die Messergebnisse zeigen, dass Behälter, die mit den ThermoProtect- und ThermoActive-Beschichtungen behandelt wurden, im Vergleich zu den Referenzbehältern eine niedrigere maximale Temperatur sowie eine niedrigere durchschnittliche Temperatur aufwiesen.
Langlebiger Schutz für unterschiedliche Anwendungen
Die Produkte ClimateCoating basieren auf der Reflexionsmembrantechnologie, die von SICC entwickelt wurde. Speziell gefertigte glas-keramische Hohlkörper, die ein Vakuum einschließen, werden mit einer hoch haftenden und speziell entwickelten Dispersion sowie mit ausgewählten Aktivatoren kombiniert. Nach dem Auftragen der Beschichtung entsteht eine reflexive Membran. Sonnenstrahlung wird reflektiert, die Verdunstung wird gezielt beeinflusst und der elektrostatistische Einfluss kann reduziert werden.
Die Technologien ThermoActive und ThermoProtect können je nach Anwendung dazu beitragen, Gebäude und Bauteile vor thermischen und witterungsbedingten Belastungen zu schützen und die Erwärmung von Dachflächen und Innenräumen bei starker Sonneneinstrahlung zu reduzieren.
ClimateCoating ThermoActive ist eine industrielle Dachbeschichtung, die wetterbeständig ist und laut SICC unter definierten Prüfbedingungen mehr als 91 % der Sonnenstrahlung reflektiert. Sie kann dazu beitragen, die Aufheizung von Dachflächen und damit die thermische Belastung darunterliegender Räume bei starker Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Unter geeigneten Bedingungen kann dies den Energiebedarf für die Kühlung beeinflussen. Die tatsächliche Wirkung hängt von den jeweiligen Gebäude-, Klima- und Betriebsbedingungen ab.
In Kombination mit der Fassadenbeschichtung ClimateCoating ThermoProtect, die gebrauchsfertig ist, können die thermischen Eigenschaften der Gebäudehülle gezielt ergänzt werden. Dank ihrer Eigenschaften zur Feuchtigkeits- und Temperaturregulierung kann sie dazu beitragen, die Feuchtebelastung der Fassade zu reduzieren und die Oberfläche vor Witterungseinflüssen zu schützen. Unter geeigneten Bedingungen kann dies die Widerstandsfähigkeit der Beschichtung unterstützen und das Risiko von Algen-, Moos- und Pilzbewuchs reduzieren.
Zusätzlich zur Feuchtigkeits- und Temperaturregulierung können langlebige und robuste funktionale Industriebeschichtungen zur Lebensdauer von Industriegebäuden und -konstruktionen beitragen. Je nach Gebäude, Konstruktion und Betriebsbedingungen können sie außerdem den betriebsbedingten Kühlenergiebedarf beeinflussen. Mögliche Auswirkungen auf damit verbundene CO2-Emissionen hängen von der tatsächlich eingesparten Energie, der eingesetzten Energiequelle und den jeweiligen Betriebsbedingungen ab.