30. September 2026

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Moderne Materialien im Bauwesen

Der moderne Baumarkt bietet eine große Auswahl an Materialien und Beschichtungssystemen, die wesentlich zum Erscheinungsbild, zur Funktion und zur Dauerhaftigkeit von Bauprojekten beitragen können. Ein Teil dieser Produkte stammt aus internationalen Märkten und unterscheidet sich hinsichtlich Zusammensetzung, Qualität, Verarbeitung und Einsatzbereich. Bei der Auswahl sollten daher neben dem Preis insbesondere technische Eigenschaften, gesundheitliche Aspekte, Brandschutz, Verarbeitbarkeit und die zu erwartende Gebrauchsdauer berücksichtigt werden.

Die Entwicklung im Bauwesen richtet sich zunehmend auf Produkte und Technologien, die mehrere Anforderungen miteinander verbinden: eine praxisgerechte Verarbeitung, eine hohe Beständigkeit, funktionale Eigenschaften, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine möglichst lange Nutzungsdauer. Entscheidend ist dabei immer die Abstimmung des jeweiligen Produkts auf den Untergrund und die konkrete Anwendung.

Die Firma SICC GmbH (Deutschland) brachte mit den keramisch-elastomerischen Beschichtungen ClimateCoating ein Beschichtungskonzept auf den Markt, das verschiedene funktionale Eigenschaften miteinander verbindet. Bei der Entwicklung solcher Beschichtungen werden Erkenntnisse aus der anorganischen und polymeren Chemie genutzt, um dünnschichtige Systeme mit besonderen thermischen, mechanischen und bauphysikalischen Eigenschaften herzustellen.

Was ist das Besondere an ihnen?

Die keramisch-elastomerischen ClimateCoating-Beschichtungen basieren je nach Produkt auf wasserbasierten Dispersionen und funktionalen Füllstoffen. Dazu gehören unter anderem mikroskopisch kleine keramische Partikel. In Abhängigkeit vom jeweiligen Produkt können dadurch Eigenschaften wie eine hohe Reflexion solarer bzw. infraroter Strahlung, eine geringe Schichtdicke, Elastizität und eine wasserdampfdiffusionsoffene Ausführung erreicht werden.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Reflexion von Wärmestrahlung. Bei entsprechenden ClimateCoating-Produkten werden hohe Reflexionswerte angegeben; konkrete Werte wie beispielsweise bis zu 91 % beziehen sich auf definierte Prüfbedingungen und sind nicht mit einer pauschalen Temperaturreduzierung in jedem Bauprojekt gleichzusetzen. Die tatsächliche Wirkung hängt unter anderem von Farbe, Untergrund, Sonneneinstrahlung, Orientierung, Schichtaufbau und Nutzung des Gebäudes ab.

Je nach Produkttyp können die Beschichtungen auf unterschiedliche mineralische und metallische Untergründe sowie auf weitere geeignete Materialien aufgebracht werden. Dazu gehören beispielsweise Beton, Holz und Metall. Entscheidend sind dabei die Eignung des jeweiligen Produkts, die Untergrundvorbereitung und die Verarbeitung gemäß der technischen Dokumentation.

Die wasserbasierte Formulierung ermöglicht eine Verarbeitung ohne den Einsatz klassischer organischer Lösemittel. Je nach Produkt bestehen darüber hinaus Anforderungen an Temperatur, Untergrundfeuchte, Trocknung und Umgebungsbedingungen, die bei der Verarbeitung berücksichtigt werden müssen.

Die Beständigkeit gegenüber Witterung, chemischen Einflüssen und mechanischer Beanspruchung ist produktspezifisch. Auch die langfristige Gebrauchsdauer einer Beschichtung hängt von Untergrund, Beanspruchung, Schichtaufbau, Verarbeitung, Wartung und Umgebungsbedingungen ab. Aussagen zur Lebensdauer sollten daher immer anhand der technischen Dokumentation und des konkreten Anwendungsfalls beurteilt werden.

Je nach Produktsystem und Farbkonzept stehen zahlreiche Farbtöne zur Verfügung. Die Möglichkeit der individuellen Farbgestaltung erlaubt es, funktionale Anforderungen mit den gestalterischen Vorstellungen des jeweiligen Bauprojekts zu verbinden.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der Beschichtungen werden in mehreren Produktsystemen für verschiedene Anwendungsbereiche genutzt. Nachfolgend werden die wichtigsten Produktgruppen und ihre typischen Einsatzbereiche zusammengefasst.

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Außenbeschichtung ClimateCoating ThermoProtect

ClimateCoating ThermoProtect ist für den Einsatz auf Außenflächen vorgesehen. Die Beschichtung ist für Fassaden und andere geeignete Außenuntergründe konzipiert und kann je nach Aufbau zur Reflexion solarer Strahlung und zum Schutz der Oberfläche vor Witterungseinflüssen beitragen.

Die Fassadenbeschichtung bildet eine dünne, elastische und wasserdampfdiffusionsoffene Schicht. Dadurch können je nach Untergrund und gewähltem System unterschiedliche Anforderungen an Oberflächenschutz, Witterungsbeständigkeit und thermische Beanspruchung miteinander verbunden werden. Eine konkrete Schichtdicke sollte immer entsprechend dem vorgesehenen Systemaufbau und der technischen Dokumentation festgelegt werden.

Die Beschichtung kann außerdem auf geeigneten Untergründen eine pflegeleichte und dekorative Oberfläche bilden. Eigenschaften wie Verschmutzungsbeständigkeit, Haftung und chemische Beständigkeit sind dabei vom jeweiligen Produktaufbau und den Umgebungsbedingungen abhängig. In industriell belasteten Bereichen sollte die Eignung des Beschichtungssystems deshalb objektbezogen geprüft werden.

Moderne ClimateCoating-Beschichtungen im Bauwesen

Innenbeschichtung ClimateCoating ThermoPlus

ClimateCoating ThermoPlus ist für Innenwand- und Deckenflächen vorgesehen. Die Beschichtung kann als funktionale Innenbeschichtung eingesetzt werden und verbindet eine dekorative Oberfläche mit thermischen und bauphysikalischen Eigenschaften. Die tatsächliche Wirkung auf den thermischen Komfort oder den Energiebedarf hängt von der gesamten Konstruktion, der Raumtemperatur, dem Lüftungsverhalten und weiteren Randbedingungen ab.

Ein wichtiger Aspekt ist die Wasserdampfdiffusionsoffenheit. Sie kann bei geeigneten Wandaufbauten Bestandteil eines abgestimmten Feuchtemanagements sein, ersetzt jedoch weder eine fachgerechte Lüftung noch die Behebung von Feuchteursachen wie aufsteigender Feuchtigkeit, Leckagen oder dauerhaft erhöhter Raumluftfeuchte.

Je nach Ausführung kann eine wasch- bzw. reinigungsbeständige Oberfläche erreicht werden. Die Farbgestaltung ermöglicht zahlreiche dekorative Lösungen. Die Verarbeitung erfolgt je nach System beispielsweise mit Pinsel, Rolle oder geeigneter Spritztechnik. Entscheidend sind die Angaben des jeweiligen technischen Datenblatts.

Dachbeschichtung ClimateCoating ThermoActive

ClimateCoating ThermoActive ist für Dachflächen und geeignete Dachkonstruktionen entwickelt worden und verbindet Schutzfunktionen mit wärmereflektierenden Eigenschaften. Durch die Reflexion eines Teils der solaren Einstrahlung kann die Aufheizung der Dachoberfläche reduziert werden. Dadurch kann sich bei geeigneten Gebäuden auch die thermische Belastung der Dachkonstruktion und der darunterliegenden Räume verringern.

Eine geringere solare Wärmebelastung kann insbesondere im Sommer dazu beitragen, den Kühlbedarf eines Gebäudes zu reduzieren. Ob und in welchem Umfang dadurch tatsächlich Energie eingespart wird, hängt unter anderem von Dachaufbau, Gebäudegeometrie, Nutzung, Klimatisierung, Sonneneinstrahlung und Betriebsweise ab. Eine konkrete Einsparung sollte daher objektbezogen berechnet oder gemessen werden.

Die Elastizität einer geeigneten Dachbeschichtung kann außerdem dazu beitragen, thermisch bedingte Bewegungen und mechanische Beanspruchungen der Beschichtung aufzunehmen. Die konkrete Schichtdicke, Begehbarkeit, Schlagfestigkeit und Beständigkeit müssen jedoch immer entsprechend dem verwendeten System und der jeweiligen Dachkonstruktion beurteilt werden.

Die Wasserdampfdiffusionsoffenheit einer Beschichtung kann bei einem geeigneten Dachaufbau zur Feuchteregulierung beitragen. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Kondensation grundsätzlich ausgeschlossen ist. Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Temperaturverteilung, Dachaufbau und vorhandene Belüftung müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Eine Dachbeschichtung ersetzt deshalb keine bauphysikalisch erforderliche Lüftungs- oder Entwässerungslösung.

Als geeignete Untergründe kommen – abhängig vom jeweiligen System – beispielsweise Beton, Holz, Metall oder vorhandene Dachbeschichtungen und Bitumenuntergründe infrage. Voraussetzung ist jeweils ein tragfähiger, ausreichend vorbereiteter und für das System geeigneter Untergrund. Bei bestehenden Dachflächen sollte vor der Beschichtung insbesondere der Zustand der vorhandenen Abdichtung geprüft werden.

Eine Kombination mit vorhandenen Wärmedämmstoffen wie Mineralwolle oder Polystyrol kann Bestandteil eines umfassenden Dachaufbaus sein. Dabei müssen jedoch alle Schichten bauphysikalisch aufeinander abgestimmt werden. Eine reflektierende Beschichtung ist nicht automatisch ein Ersatz für eine konventionelle Wärmedämmung.

Putzbeschichtung ClimateCoating StuccoTex

ClimateCoating StuccoTex ist als keramisch-elastische, wasserverdünnbare Putzbeschichtung mit silikatischen Bestandteilen und weiteren funktionalen Zusätzen konzipiert. Durch den vergleichsweise höheren Materialauftrag kann sie zur optischen und funktionalen Überarbeitung geeigneter Untergründe eingesetzt werden.

Die elastische Struktur kann bei geeigneten Untergründen dazu beitragen, kleinere Bewegungen und bestimmte oberflächennahe Rissbildungen aufzunehmen. Eine Beschichtung ersetzt jedoch keine konstruktive Risssanierung. Vor der Anwendung sollte deshalb geklärt werden, ob es sich um oberflächliche Risse oder um Risse handelt, die auf Bewegungen oder statisch relevante Ursachen zurückzuführen sind.

Auch bei StuccoTex ist die Wasserdampfdiffusionsoffenheit eine relevante Eigenschaft. Sie kann bei einem passenden Wandaufbau das Feuchtemanagement unterstützen. Sie verhindert jedoch nicht unabhängig vom Bauzustand jede Form von Kondensation oder Feuchteschäden.

Moderne Beschichtungen für unterschiedliche Anwendungen

Die Beschichtungen ClimateCoating wurden für unterschiedliche Einsatzbereiche im Bau- und Sanierungsbereich entwickelt. Je nach Produkt stehen dabei unterschiedliche Schwerpunkte im Vordergrund – beispielsweise thermische Reflexion, Witterungsschutz, Elastizität, Wasserdampfdiffusion, dekorative Gestaltung oder der Schutz bestimmter Oberflächen.

Für den Einsatz in der Praxis ist weniger die Betrachtung eines einzelnen Produktmerkmals entscheidend als die Abstimmung des gesamten Beschichtungssystems auf den Untergrund und die Beanspruchung. Dazu gehören insbesondere die richtige Untergrundvorbereitung, die vorgesehene Schichtdicke, die Umgebungsbedingungen während der Verarbeitung und die spätere Nutzung der beschichteten Fläche.

„Hohe Qualität zu einem vernünftigen Preis“ – dieses Geschäftsmotto steht für den Anspruch, funktionale Beschichtungssysteme mit einer praxisgerechten Verarbeitung und einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis zu verbinden.

Bei technischen und gesundheitlichen Eigenschaften sollten grundsätzlich die jeweils aktuellen technischen Datenblätter, Prüfberichte, Zulassungen und Zertifikate des Herstellers bzw. der zuständigen Prüfstellen herangezogen werden. Solche Nachweise gelten jeweils für das konkrete Produkt, den geprüften Aufbau und den angegebenen Anwendungsbereich.

Autor: Ing. Jan Holčík, CSc

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